20.09.23

Wechseljahre

Wechseljahre genießen

Was passiert eigentlich im Körper während den Wechseljahren?

Während der Wechseljahre, also der fünf- bis zehnjährigen Phase der Hormonumstellung, können viel körperliche Veränderungen auftreten. Nach und nach stellen die Eierstöcke ihre Produktion ein, die Zeit der Fruchtbarkeit geht vorüber. In den Wechseljahren lässt auch die Produktion der weiblichen Sexualhormone Estrogen und Gestagen nach.
Estrogen, das in den Eierstöcken gebildet wird, steuert als Botenstoff nicht nur die Funktion der Geschlechtsorgane, sondern ist bei vielen wichtigen Stoffwechselvorgängen im Körper wichtig: Estrogen ist beteiligt am richtigen Funktionieren von Darm, Schleimhäuten, Bindegewebe, Knochen, Leber, Gehirn und Blutgefäßen. Zudem wirkt es sich günstig auf das seelische Wohlbefinden aus.

Wenn sich in den Wechseljahren die Kleidergröße ändert...

Die hormonelle Umstellung in den Wechseljahren wirkt sich meist ungünstig auf das Gewicht aus, da es in dieser Zeit zu einer verstärkten Abnahme der Muskelmasse kommt und damit auch der Grundumsatz sinkt - der Stoffwechsel verlangsamt sich und der Köper verbraucht also weniger Energie. Diese Gewichtzunahme kann sich zunächst nur durch steigende Umfangmaße bemerkbar machen, weil das Fettgewebe leichter als die Muskulatur ist und ein größeres Volumen einnimmt.
Gleichzeitig kann sich die Fettverteilung unter dem Einfluss der Hormone verändern: Generell unterscheidet man zwischen der typisch männlichen Fettverteilung mit Fettpolstern vorwiegend im Bauchbereich (der sogenannte "Apfeltyp") und der typischen weiblichen Form mit Polstern vorwiegend an Hüfte und Po (der sogenannte "Birnentyp"). Daneben gibt es natürlich auch Mischformen.
Der Überschuss an männlichen Hormonen kann nun dazu führen, dass Frauen ein zunehmend männliches Fettverteilungsmuster aufweisen. Starke Fettpolster im Bauchbereich sind oftmals mit dem gehäuften Auftreten von Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen verbunden und können dadurch auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Ernährung anpassen in den Wechseljahren

Die Ernährung sollte reich an Vitalstoffen sein, dies hilft Übergewicht zu vermeiden. Jetzt ist eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Eiweiß unabdingbar. Dabei geht es nicht allein darum Muskelmasse zu erhalten - nein, auch alle Enzyme und Hormone, die im Körper gebildet werden, bestehen aus Eiweiß und müssen ständig erneuert werden, damit der Stoffwechsel "rund laufen" kann. Wertvolle Eiweißlieferanten sind neben den tierischen Lebensmitteln, wie Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte auch zahlreiche Lebensmittel, wie Sojabohnen und andere HülsenfrüchtePilze, Nüsse, Samen und Sprossen.
Gleichzeitig sollte die Ernährung reich an Omega-3 Fettsäuren sein. Warum? Nun, nach der Menopause sinkt aufgrund des Rückgangs der weiblichen Geschlechtshormone die Konzentration des Schützenden HDL-Cholesterins im Blut und das LDL-Cholesterin steigt. Omega-3 Fettsäuren kombiniert mit Ballaststoffen, die reichlich in Vollkornprodukten, Gemüse, Salat und Obst enthalten sind können hier vorbeugend wirken.

Bewegung macht vieles leichter - besonders während den Wechseljahren

Neben der Ernährung spielt auch Bewegung in den Wechseljahren eine wichtige Rolle, denn dadurch wird der Körper aktiviert das "Gute-Laune-Hormon" Serotonin vermehrt auszuschütten. Stimmungsschwankungen, Schwermut oder Konzentrationsstörungen werden damit leichter abgefangen. Gleichzeitig profitieren Knochen und Muskeln von moderaten Sportarten wie Radfahren, Walking oder Schwimmen.